Sommer ist Hauptreisezeit, aber nicht automatisch die beste Angelzeit. Je nach Gewässer sind Fische im Hochsommer eher träge, weil das Wasser wärmer wird und der Sauerstoffgehalt sinkt. Wer trotzdem erfolgreich sein will, sollte wissen, welche Regeln und Zielfische an welchem Standort gerade zählen. Ein Überblick über fünf sehr unterschiedliche Reviere: Ostseeküste, Bodden, Binnensee und Berlin.
Der Wieker Bodden gehört zu den fischreicheren Boddengewässern rund um Rügen. Er zählt zur westrügener Boddenkette und ist über schmale Rinnen mit der offenen Ostsee verbunden, wodurch sich Salz- und Süßwasser mischen. Diese Mischung aus Brackwasser sorgt für ein breites Nahrungsangebot, was wiederum Raubfische wie Hecht, Zander und Barsch anzieht. Auch Aal kommt regelmäßig vor, dazu saisonal Hering und Hornhecht, vor allem im Frühjahr, wenn diese Arten zum Laichen in die flacheren Bereiche ziehen. Die ergiebigste Zeit für Hecht ist Mai sowie der Zeitraum von Oktober bis März. Im Hochsommer wird das Wasser wärmer, die Fische stehen dann eher in tieferen, kühleren Zonen oder werden insgesamt träger, besonders in den Mittagsstunden. Wer trotzdem im Sommer fischen will, hat auf der Ostsee-Seite bei Wiek gute Chancen: Dorsch lässt sich dort praktisch ganzjährig fangen. Passende Boote findest du bei hier.
Heiligenhafen liegt direkt an der offenen Ostsee und nicht in einem geschützten Bodden, entsprechend unterscheidet sich hier auch das Angeln deutlich von den Boddenrevieren weiter östlich. Im Vordergrund steht das klassische Meeresangeln: Dorsch ist ganzjährig das Hauptziel, dazu kommt im Frühjahr die Hornhecht-Saison, wenn die Fische in Schwärmen die Flachwasserbereiche durchziehen und sich gut von Molen, Seebrücken oder vom Boot aus befischen lassen. Meerforelle ist vor allem im Herbst und Winter ein Thema, wenn die Fische näher an die Küste ziehen. Wichtig für die Planung: Seit den 2023 beschlossenen Regelungen gilt für Dorsch in der Ostsee ein Tagesfanglimit, aktuell liegt die Mitnahmemenge bei null Dorschen pro Angler und Tag. Wer an der Küste unterwegs ist, findet passende Angelboote beim Anbieter Ostseefischer.
Pruchten liegt direkt am Bodstedter Bodden, mitten im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Das Revier ist deutlich ruhiger als die offene Ostsee, was es auch für Einsteiger interessant macht: Die meisten Boote vor Ort lassen sich ohne Sportbootführerschein fahren, eine kurze Einweisung reicht aus. Zielfische sind hier vor allem Hecht, Zander, Barsch und Aal, die im nährstoffreichen Brackwasser des Boddens gute Bedingungen finden. Weil das Gebiet unter Naturschutz steht, gelten zusätzliche Regeln, die es an anderen Gewässern so nicht gibt. Vom 1. April bis zum 31. Mai sind Laichschonbezirke aktiv, in denen das Angeln eingeschränkt oder untersagt ist. Daneben gibt es ganzjährige Fisch-Schonbezirke, die dauerhaft vom Angeln ausgenommen sind. Boote vor Ort gibt es beim Bootsverleih Pruchten.
Der Werbellinsee bei Joachimsthal ist ein Binnensee und unterscheidet sich damit grundlegend von den Küstenrevieren weiter im Norden. Statt Dorsch und Meerforelle stehen hier Hecht, Zander, Barsch und Aal im Vordergrund, in den tieferen Bereichen des Sees kommen zusätzlich Maränen vor. Der Werbellinsee gilt als besonders klar und tief, was ihn im Sommer etwas anspruchsvoller macht: Bei höheren Temperaturen ziehen sich viele Fische in tiefere, kühlere Wasserschichten zurück, wo sie schwerer zu erreichen sind. Frühjahr und Herbst gelten am Werbellinsee generell als ergiebiger. Boote gibt es beim Werbellinsee Charter.
Köpenick liegt an der Dahme, nur wenige Kilometer von der Spree entfernt, und bietet damit ein städtisches Revier mit sehr guter Erreichbarkeit, ganz ohne lange Anfahrt an die Küste. Zielfische sind hier vor allem Hecht, Zander, Barsch und Aal, die in den Spree- und Dahme-Gewässern gute Bedingungen finden, unter anderem durch die vielen Verbindungen zu Kanälen und kleineren Seen im Berliner Umland. Wer keine Erfahrung mit größeren Motorbooten hat oder gar keinen Bootsführerschein besitzt, kann in Köpenick auch auf ein einfaches Angelboot mit 3-PS-Motor umsteigen, das reicht für die meisten Angelstellen völlig aus. Wer länger unterwegs sein will, findet in Köpenick auch ein Angelboot mit Übernachtungsmöglichkeit.
Für das Angeln an Bodden und Ostsee braucht man immer zwei Dokumente: einen Fischereischein beziehungsweise Touristenangelschein sowie zusätzlich eine Angelerlaubnis für das jeweilige Gewässer. Beide sind personenbezogen, ein Mit-Angeln-Lassen anderer Personen ist damit nicht zulässig. In Naturschutzgebieten wie bei Pruchten kommen zusätzliche Schonzeiten und Schonbezirke dazu, die man sich vorab ansehen sollte. An allen fünf Standorten gilt außerdem: Wer flexibel ist und unter der Woche statt am Wochenende fährt, hat in der Regel bessere Chancen auf freie Boote und ruhigere Gewässer.
Egal für welchen der fünf Standorte man sich entscheidet, der Ablauf ist überall gleich: Boot auswählen, freien Termin im Kalender prüfen und direkt online buchen, ganz ohne Anruf oder Wartezeit auf eine Rückmeldung. Bei den meisten Booten ist vor Ort noch eine kurze Einweisung nötig, das gilt vor allem für führerscheinfreie Motorboote bis 15 PS. Wer einen Fischereischein oder Touristenangelschein noch nicht hat, sollte das rechtzeitig vorher klären, da das Dokument vor Fahrtantritt vorliegen muss. Eine Übersicht aller Angelboote gibt es unter Angelboot mieten.
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